Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg e.V.

Hingucker

08.10.2005

Begabtenförderer 2005 an Hartmut Schmid

Irene Mundel, LVH; Claudia Stuhrmann, Kultusministerium BW; Prof.em.Dr.K.A.Heller LM-Universität München, Preisträger OStDir. Hartmut Schmid

Herr OStDir. Hartmut Schmid, ehemaliger Schulleiter des Karls-Gymnasium in Stuttgart, wurde im Jahr 2005 zum "Begabtenförderer des Jahres" ernannt.

Hartmut Schmid ist am Samstag, den 8. Oktober 2005 in Stuttgart mit dem Preis des Begabtenförderer des Jahres ausgezeichnet worden, der alljährlich vom Landesverband Hochbegabung Baden-Württemberg e.V. (LVH) vergeben wird. Der ehemalige Direktor des Karls-Gymnasiums sieht mit dem Preis die ganze Schule ausgezeichnet. „Ich sehe den Preis als Anerkennung für alle diejenigen an, die den Weg mitgegangen sind. Ohne die Kollegen wäre das nicht möglich gewesen, und ohne die Kinder und die Eltern von Kindern, die nicht im achtjährigen Zug waren, auch nicht – erst das hat das Miteinander ermöglicht“, sagte Hartmut Schmid vor dem zahlreich erschienenen Publikum, das sich aus Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie Schulleitern anderer Gymnasien sowie Vertretern der Schulbehörden zusammensetzte. Musikalisch umrahmt wurde die Feier im Haus der Wirtschaft von Schülerinnen und Schülern des Karls-Gymnasiums unter der Leitung von Oberstudienrat Gerhard Pick. Der Preis über 500 Euro geht an die Schule des Preisträgers.

Claudia Stuhrmann vom Kultusministerium und ehemalige Lehrerin am Karls-Gymnasium überbrachte die Glückwünsche des Ministeriums. „Sie zählten vor 15 Jahren zu den Pionieren auf dem Gebiet der Hochbegabtenförderung. Und Sie sind nicht stehen geblieben. Unter Ihrer Initiative entstand das völlig neue Fach Mensch und Natur“, erklärte Studiendirektorin Stuhrmann.

In seiner Festrede würdigte Prof. Kurt A. Heller vom Zentrum für Begabungsforschung an der Universität München die Verdienste des ehemaligen Schulleiters und zitierte aus der Begründung des LVH für die Vergabe des Preises an Herrn Schmid:

„Unter seiner Leitung hat sich das Karls-Gymnasium zu einem Zentrum für hochbegabte Schülerinnen und Schüler des ganzen Stuttgarter Umlandes entwickelt. Modelle, die am Karls-Gymnasium entwickelt wurden, wie z. B. der G8-Zug oder später der G8-Plus-Zug haben für ganz Baden-Württemberg Vorbildcharakter bekommen. Eine solche Herausforderung war nur mit einem engagierten Lehrerkollegium zu erreichen. Mit Oberstudiendirektor Schmid zeichnet der LVH somit auch die gesamte Schule, das Karls-Gymnasium Stuttgart aus.“

Die Preisverleihung stand thematisch auch unter der Ankündigung der damaligen Kultusministerin Dr. Annette Schavan vom Juni des Jahres, im Schuljahr 2006/07 Hochbegabtenklassen in ganz Baden-Württemberg einzurichten. Prof. Heller warnte in diesem Zusammenhang vor einer Überschätzung der Intelligenztests als Auswahlkriterium. „Im Bereich der Hochbegabtenförderung mit einem IQ-Wert von 130 zu hantieren ist ein völlig veraltetes Verfahren. Die Expertiseforschung, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht, räumt mit der alten Vorstellung auf, ein hoher IQ führe automatisch zum Erfolg. Nur `Deliberate Practise´, also jahrelanges Üben auf hohem Niveau, führt auch bei besonders begabten Schülerinnen und Schülern zu exzellenten Ergebnissen“, meinte Prof. Heller.